Umweltschutz

29. Zwiefalter Naturfonds-Wettbewerb

Bereits zum 29. Mal gibt es von Zwiefalter Klosterbräu für ehrenamtliche Umweltprojekte in der Region 5000 Euro zu gewinnen. Einsendeschluss für den Naturfonds-Wettbewerb ist der 31. Dezember 2017.

 
Vor mehr als 25 Jahren hat Zwiefalter Klosterbräu den Zwiefalter Naturfonds ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Wir schützen unsere Natur und Umwelt“ soll der ehrenamtliche Einsatz für einen nachhaltigen Natur- und Umweltschutz in der Region honoriert werden.

Dieser 29. Wettbewerb soll einen Beitrag zur Bewahrung der Artenvielfalt leisten. Zu den Ursachen des Artensterbens zählen neben Lebensraumzerstörung auch Klimaveränderung und Umweltverschmutzung. Mit jeder ausgestorbenen Art wird die Welt ärmer, wichtige und unbezahlbare Ökosystemfunktionen gehen verloren.

Vereine, Bürgerinitiativen, Einzelpersonen, Jugendgruppen und Schulklassen können sich mit ihren Projekten um eine Förderung bewerben. Seit 1989 hat die jährlich neu zusammengesetzte Jury bereits fast 80.000 Euro an Siegprämien für regionale Umweltprojekte ausgeschüttet.

Teilnahmebedingungen

Die Maßnahmen müssen im Jahr 2017 durchgeführt worden sein und sind auf einem DINA A4 Blatt wie folgt zu dokumentieren:

Ausführungsort

Projektbericht mit Ideenumsetzung, Ziel sowie vier hochaufgelöste Digitalbilder auf einer CD-ROM. (Fotos sowie Kopien von Vereins-Presseberichten können als Anlage beigefügt werden)

Arbeitseinsatz in Stunden und Zeitraum der durchgeführten Maßnahmen

Zahlenangaben wie z. B. Größe der gepflegten Fläche etc.

Bewerbungen an: Zwiefalter Klosterbräu Naturfonds
Postfach 50, 88529 Zwiefalten

Zwiefalter Naturfonds belohnt zum 28. Mal
ehrenamtlichen Einsatz im Naturschutz

Fünf Vereine und eine Einzelperson erhalten in vorbildlicher Weise
die Schönheit und Vielfalt der Natur

von Heinz Thumm

Zwiefalten - Unter dem Motto "Wir schützen unsere Natur und Umwelt" hat die Firma Zwiefalter Klosterbräu zum 28. Mal einen Wettbewerb ausgeschrieben, um für den ehrenamtlichen Einsatz im Natur- und Umweltschutz zu sensibilisieren und zu belohnen. Zahlreiche hochkarätige Projekte mit eindeutiger Wertigkeit und langfristigen Zielsetzungen wurden eingereicht und in einer Feierstunde prämiert.

Nach einer informativen Brauereiführung, einem genussvollen Abendessen berichtete zunächst Dr. Burkhard Schall, Referatsleiter im Regierungspräsidium Tübingen über die vielfältigen Aufgaben im Naturschutz. Dabei stellte Dr. Schall zuerst die vielen Akteure im ehrenamtlichen Naturschutz vor, erläuterte die wichtigen Maßnahmen und zählte die finanziellen und ideellen Förderungen vor.

Die Zuhörer, obwohl selbst im ehrenamtlichen Engagement tätig, staunten über die vielen Kooperationen und Aktionseinheiten und das umfangreiche Aufgabenspektrum. Für Dr. Schall war die erfolgreiche Jugendarbeit mit ihren zahlreichen Varianten ein besonders wichtig und zukunftsträchtiges Element. Er scheute sich auch nicht verschiedene Konflikte anzusprechen, zum Beispiel im Biberschutz.

Mit Günter Künkele und Uwe Bayer erläuterten zwei anerkannte Naturschützer als Jury des Wettbewerbs die Kriterien für die Vergabe der diesjährigen Preise. Mit vielfältigen Aufwendungen wurden zum Erhalt von Lebensräumen langfristige Werte geschaffen, die eine eindeutige Wertigkeit darstellen.

 

Die Gewinner des Wettbewerbs und ihre Projekte

Preisverleihung an Projekt Hummelschutz mit Julia Fee Fischbach, Blaubeuren
Preisverleihung an Projekt Landschaftspflege im Naturschutzgebiet Zollerhalde in Bisingen mit Maria Rager, Bisingen
Preisverleihung an Projekt Pflege Wacholderheide für FC Schmiechtal e.V. und Vorsitzender Armin Mutschler, Schelklingen
Preisverleihung an Projekt Schwalbenhaus für Vogelfreunde Hausen im Killertal an Vorsitzenden Jürgen Wuhrer, Burladingen-Hausen
Preisverleihung an Projekt Wiederansiedlung und Erhaltung der Donauschwarzpappel an Angela Scheffold und Klaus Nagl Ehingen
Preisverleihung an Projekt Artenschutzgruppe Steinkauz im NABU Köngen-Wendlingen an Jens Polzien Köngen
Preisverleihung an 6 freudestrahlende Gewinner im 28. Zwiefalter Naturfonds-Wettbewerb 2016 zusammen mit Rolf Baader von der Zwiefalter Klosterbräu und den Jurymitgliedern Günter Künkele und Uwe Bayer

Voll Freude und Respekt vor den beeindruckenden Leistungen stellte die Jury die positiven Projekte vor: Die Jugendliche Julia Fee Fischbach hatte in Blaubeuren ein Projekt zum Hummelschutz initiiert. In Gesprächen mit Landwirten hatte sie erreicht, dass Ackerrandstreifen für Hummeln und Wildbienen erhalten wurden. Über das erstaunliche Nahrungsangebot, viele Maßnahmen für Nistgelegenheiten der Insekten und alle positiven Wirkungen informierte sie in fachkundigen Erklärungen junge Menschen, Fachleute und Öffentlichkeit.

Mitglieder des Schwäbischen Albvereins Bisingen betreiben seit 27 Jahren Landschaftspflege im Naturschutzgebiet Zollerhalde. Im Verbund mit dem Forst, der Gemeinde und weiteren Partnern wurden mit erheblichem Aufwand fünf Hektar Lebensraum vergrößert. Die Sukzession wurde umgesetzt und wertvolle Flächen für den Naturschutz gewonnen. Zeitweilig waren bis zu 55 Helfer im Einsatz.

Mitglieder des Sportvereins FC Schmiechtal e.V. haben in einem vorbildlichen Einsatz eine total verbuschte Fläche am "Sonnenberg in Schmiechen" abgeräumt und damit nach mehreren hundert Stunden Einsatz offene Biotope für vielfältige Naturschutzaufgaben geschaffen.

Versierte Sachkenner der Vogelfreunde Hausen im Killertal haben an einem optimalen Standort in spannenden Aktionen ein Schwalbenhaus errichtet. Bereits im 1. Jahr waren 14 erfolgreiche Bruten von Mehl- und Rauchschwalben zu verzeichnen, im 2. Jahr stieg die Zahl auf 39 Bruten. Ergänzend dazu wurden über 60 weitere Nistkästen für Singvögel und Turmfalken aufgehängt. Die Begeisterung im Ort ist riesengroß und mit großer Freude wurde eine erfolgreiche Perspektive für Mauersegler festgestellt.

In ganz anderer Richtung war eine Gruppe des BUND Ehingen aktiv: Nach vielen Recherchen wurde in Zusammenarbeit mit einem Spezialisten für phäno- und genothypischen Kenntnissen von Mutterbäumen aus autochtonen Donauschwarzpappeln über 300 Pflanzen aus Stecklingen gezogen. Damit wurde zum Erhalt von alten Baumsorten ein vorbildliches Artenschutzprojekt mit breiten Auswirkungen auf die Tierwelt in Gang gebracht.

Die NABU-Gruppe Köngen-Wendlingen ist seit 40 Jahren im Artenschutz für den Steinkauz tätig. Dafür werden für die vom Aussterben bedrohte Vogelart alte Streuobstbestände und Kopfweiden erhalten, Biotope geschaffen und spezielle Nistkästen aufgehängt. 1980 wurde zum 1. Mal ein Brutpaar beobachtet, 2015 waren bereits 25 erfolgreiche Brutpaare zu verzeichnen. Im Jahr 2016 sind über 70 Jungvögel erfolgreich geschlüpft. In vielfältiger Weise wurde für den Natur- und Vogelschutz geworben: spezielle Führungen und Beringungsaktionen, auch mit Kindergartenkindern, überzeugten viele Menschen für die Naturschutzarbeit. In der Zwischenzeit sind über 120 Nistkästen aufgehängt. Nach erfolgreicher Beringung wurden Vorkommen der Köngener Steinkäuze bis in weit über 100 Kilometer Entfernung festgestellt.

Die Gäste bei der Preisverleihung im Gasthof Felsen in Zwiefalten-Baach staunten über alle Maßen über die herausragenden Ergebnisse des naturschutzfachlichen Wettbewerbs und applaudierten den Gewinnern herzlich bei der Urkunden- und Scheckübergabe durch Rolf Baader, die Jurymitglieder und Dr. Burkhard Schall. An sechs Arbeitsgruppen in verschiedenen Projekten wurden insgesamt 3000 Euro Preisgelder übergeben.

Die umfassende Bedeutung des erfolgreichen und nachhaltigen ehrenamtlichen Einsatz für den Natur- und Umweltschutz wurde immer wieder betont. Herzliche und anerkennende Dankesworte an die Initiatoren des Zwiefalter Naturfonds sprach Ortsvorsteher Erwin Staiger aus Burladingen-Hausen.

 
Fotos: Heinz Thumm